Der bessere Kaffee: Ritualcacao

Ritualcacao in verschiedenen Formen auf Teller arrangiert, Kakaostücke und Pulver als bewusste Alternative zu Kaffee.

Man nennt Ritualcacao nicht umsonst „den bessere Kaffee“ – denn er schenkt nachhaltige Energie.

Ritualcacao ist köstlich und unterstützt gleichzeitig Körper und Geist. Damit er seine volle Wirkung entfaltet, gibt es ein paar wichtige Dinge zu beachten, die wir in diesem Artikel teilen. Plus: Unsere Lieblingssorten für puren Genuss.

von Hanna Lipp · 01.01.2025

Cacao ist mir begegnet, als mich die Peri-Menopause kalt erwischte. Mein perfekter 28-Tage-Zyklus war von einem auf den anderen Tag Geschichte. Neben einem plötzlich erratischen Zyklus hatte ich mit weiteren Symptomen eines veränderten Hormonsystems zu tun: schlechter Schlaf, Gewichtszunahme, Energiemangel und Konzentrationsprobleme. Ich fühlte mich fremd in meinem Körper und wollte unbedingt verstehen, was da mit mir passiert.

Meine Frauenärztin, die ich eigentlich sehr schätze und die mich durch zwei Schwangerschaften begleitet hat, hatte zum Thema Wechseljahre erschreckend wenig zu sagen und bot mir als Unterstützung nur künstliche Hormone an. Also habe ich mich selbst auf die Suche gemacht, etliche Ärztinnen und Heilpraktiker*innen aufgesucht, wahnsinnig viel gelesen und mich mit Themen wie Stoffwechsel, Nervensystem oder Insulinresistenz auseinandergesetzt. Dabei habe ich gelernt: Wir Frauen sind – anders als Männer – zyklische Wesen, und zwar auf allen Ebenen.

Unsere Hormone unterliegen großen Schwankungen: monatlich, solange wir unsere Tage bekommen, aber auch über den Lauf unseres Lebens – vom Mädchen zur fruchtbaren Frau, in der Peri-Menopause und schließlich der Menopause. Diese Veränderungen können sich in zahlreichen körperlichen und seelischen Beschwerden ausdrücken. Und die sind für Körper und Seele eine große Herausforderung.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse auf meiner Forschungsreise war:

Stress – genauer gesagt Stresshormone – sind Gift für ein ausgeglichenes Hormonsystem. Das vertrug sich ganz schlecht mit meinem bisherigen Lieblingsgetränk: Kaffee.

Denn der tut Hormonen gar nicht gut. Koffein pusht das Nervensystem und erhöht die Ausschüttung von Stresshormonen, besonders Cortisol. Dessen Abbau beschäftigt die Leber so sehr, dass sie kaum noch dazu kommt, Östrogen und Progesteron in einem ausgeglichenen Verhältnis zu halten. Dieses Gleichgewicht ist für Frauen fast jeden Alters wesentlich – für einen schmerzfreien Zyklus ohne PMS, für Fruchtbarkeit, entspannte Wechseljahre und eine gute Gesundheit auch in der zweiten Lebenshälfte.

Alles gute Gründe, Kaffee wegzulassen. Aber hallo? Ich liebe meinen Morgenkaffee. Beziehungsweise: Ich liebte ihn.

Und genau hier kommt Cacao ins Spiel.

Als absolutes Wundermittel, das nicht nur geschmacklich mein Kaffeeritual ersetzen konnte, sondern auch ähnlich wirkt – nur ohne schädliche Nebenwirkungen für das Hormonsystem.

Cacao macht wach und präsent, ohne die Cortisolausschüttung zu stimulieren. Es gibt keinen Crash und kein Jittern wie nach zu viel Kaffee. Und damit nicht genug: Cacao kann Stress mindern, die Ausschüttung von Botenstoffen und Glückshormonen fördern, den Körper durch seine hohe Nährstoffdichte wirklich nähren, den Blutzuckerspiegel regulieren, Krankheiten entgegenwirken und sogar einen Anti-Aging-Effekt haben.

Allerdings nicht der Kakao aus dem Supermarkt – und schon gar nicht industrielle Schokolade. Sondern Cacao aus der ursprünglichen Cacaobohne, der nur minimal verarbeitet wird.

Cacao ist nämlich nicht gleich Kakao.

Kakao, wie wir ihn kennen, enthält nur noch einen Bruchteil der über 300 wertvollen Inhaltsstoffe. In Schokolade verarbeitet, machen Zucker und Fett die wenigen verbliebenen gesundheitlichen Vorteile meist zunichte.

Der Cacao, um den es hier geht, wird Ritual- oder zeremonieller Cacao genannt. Er wird aus der Criollo-Bohne hergestellt, die vor allem in Süd- und Mittelamerika wächst und nur etwa fünf Prozent der weltweiten Cacao-Ernte ausmacht. Nach der Ernte wird sie nur minimal verarbeitet – daher auch die Bezeichnung Raw Cacao.

Streng genommen ist er nicht vollständig roh, da bei der Fermentation Temperaturen über 42 Grad entstehen können. Doch „roh“ im Sinne von pur trifft es sehr gut: Die Bohnen werden fermentiert, in der Sonne getrocknet, geschält, manchmal bei niedrigen Temperaturen geröstet und anschließend gemahlen. Da die Kakaobutter erhalten bleibt, entsteht eine cremige Masse, die ohne Zusätze in Blöcken, Stücken oder als Pulver verkauft wird.

Cacao ist fantastisch, weil er den Körper essentiell nährt, den Geist wach macht und gleichzeitig die Nerven entspannt und die Stimmung hebt.

Cacao enthält extrem viele Antioxidantien, insbesondere Flavonoide, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenwirken. Dazu kommen zahlreiche Mineralstoffe und Spurenelemente, vor allem Magnesium, Kalium, Zink, Kupfer und Eisen.

Dass Cacao Kaffee so gut ersetzen kann, liegt am Theobromin. Dieser Stoff wirkt stimulierend und entspannend zugleich und entfaltet seine Wirkung vor allem auf Nervensystem, Muskeln und Herz-Kreislauf-System. Wir fühlen uns wach und präsent, ohne aufgedreht zu sein. Die Wirkung ist langanhaltend, hebt die Stimmung und steigert die Aufmerksamkeit. Ein wenig Koffein ist ebenfalls enthalten – etwa so viel wie in entkoffeiniertem Kaffee.

Hinzu kommen Anandamid und Phenylethylamin (PEA), die Glücksgefühle fördern. Anandamid leitet sich vom Sanskrit-Wort Ananda („Glückseligkeit“) ab und ist ein körpereigenes Cannabinoid. PEA wird auch als Liebes- oder Glücksmolekül bezeichnet. Beide fördern die Ausschüttung von Serotonin und Dopamin.

Außerdem enthält Cacao viele ungesättigte Fettsäuren, die das LDL-Cholesterin senken und das HDL-Cholesterin erhöhen. Leider ist Cacao kein kalorienarmes Getränk – aber das wäre wohl zu viel des Guten.

Drei Dinge solltest du berücksichtigen, wenn du anfängst auch größere Mengen von Cacao zu verzehren:

1. Theobromin entzieht dem Körper Wasser – trinke also ausreichend dazu.

2. Das enthaltene Magnesium kann in hohen Dosen leicht abführend wirken.

3. Achte beim Kauf auf echten Ritual-Cacao: Criollo-Bohne, keine Zusätze, Kakaobutter enthalten.

Wenn du schwanger bist oder stillst, gilt – wie bei Kaffee – besondere Achtsamkeit.

Cacao schmeckt herber und bitterer als herkömmlicher Kakao. Ich musste mich erst daran gewöhnen. Zum Glück gibt es viele Wege, ihn in seiner Ursprünglichkeit lieben zu lernen. Je nach Herkunft und Verarbeitung variiert auch der Geschmack der Criollo-Bohne stark.

Im zeremoniellen Kontext wird Cacao oft pur mit Wasser getrunken. Für den Alltag eignet er sich auch mit Pflanzenmilch. Kuhmilch bindet Antioxidantien, sodass der Körper sie schlechter aufnehmen kann. Weißer Zucker mindert ebenfalls die Wirkung – besser sind Honig, Kokosblütenzucker, Ahornsirup oder Datteln.

Cacao sollte nicht gekocht werden.

Erhitze ihn am besten nicht über 60 Grad, so bleibt das Maximum an kostbaren Inhaltsstoffen erhalten. Starte mit 10–15 g Cacao auf 200 ml Flüssigkeit. Zum Vergleich: In Zeremonien werden oft 25–45 g verwendet. Du kannst auch gerne Gewürze wie Zimt, Kardamom, Vanille, Chili oder Orangenschale oder auch Mischungen wie Cahi-Gewürz hinzufügen.

Mein Fazit: Ich trinke Cacao seit gut anderthalb Jahren fast täglich und habe Kaffee bis auf wenige Ausnahmen komplett ersetzt. Fällt mir das schwer? Nein. Im Gegenteil. Ich fühle mich wach, präsent und genährt. Kein Nachmittagstief mehr, kein Zittern, ein stabilerer Blutzuckerspiegel – und ein großer Schritt raus aus meinem Hormonchaos. Spirituell begleitet mich Cacao schon länger. Da trinke ich ihn ganz pur, nur mit Wasser und hochdosiert. Für meinen morgendlichen Cacao mische ich etwa 15 g Cacao mit Cashewmilch und Wasser (50/50), meist pur oder mit Kardamom oder Zimt verfeinert. So gut!

Meine Lieblingssorten sind unter anderem Keith’s Cacao, Flow Cacao von Cacao Loves Me und – als Schlummertrunk – Lavender Cacao von Cosmic Dealer. Alle Sorten, die ich liebe, teile ich auch im Laden mit Euch.

Ich würde sagen: Es ist höchste Zeit für eine Tasse Cacao.

Eure Hanna

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